Unter den zahlreichen Leistungen im Angebot der “Tauschbörsen“ innerhalb des Projektes „Famílies“ waren die manuellen Fähigkeiten der Mütter hervorzuheben, die stets bereit waren, diese gegen andere für ihre Familien benötigten Leistungen einzutauschen. Ihr Wunsch nach Teilnahme, Integration, Mitarbeit und Engagement für eine gemeinsame Tätigkeit führte uns dazu, ein Projekt zu entwickeln, in dem die unsichtbare Arbeit der Frauen anerkannt und ihr der gebührende Wert gegeben werden kann.

So ist das Projekt „Woll-Workshop“ entstanden.

Das Ziel des Workshops ist es, die Talente und Fähigkeiten der Teilnehmerinnen durch eigenhändig hergestellte Strickkleidung hervorzuheben und sichtbar zu machen. Die in regelmäßigen Treffs entstandenen Arbeiten fördern so ihre Anerkennung, Selbständigkeit und Selbstachtung.

Die Strickwaren sind zunächst für den persönlichen Gebrauch bestimmt, aber auch  in kleinem Umfang für den Vertrieb auf „solidarischen Märkten“. Sie sind aus umweltfreundlichen Naturmaterialien angefertigt, genauso wie das handgemachte Etikett aus recyceltem Papier, das von PA PÉ in der Abteilung für berufliche Eingliederung der Organisation acidH entstanden ist.

Auf den Etiketten benutzen wir die Schriftart Anna beta, entworfen von Anna Vives, einer jungen Frau mit Down-Syndrom, die uns so zeigt, wie man seine Fähigkeiten einbringen und ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

So bestätigt sich die Selbstbestimmtheit dieser Frauen und eröffnet den Weg für andere Projekte und interessante Initiativen.

Wir arbeiten mit dem Kinderbekleidungsgeschäft Winzig & Klein und Babybox in Berlin zusammen, das bei uns Strickwaren bestellt und so die Möglichkeit für den fairen Vertrieb unserer Produkte bietet.

Die Freude am Lernen und der Anreiz, Kleidung in Deutschland verkaufen zu können, haben die Frauen so motiviert, dass sie ein höchst anspruchsvolles Endprodukt anfertigen konnten. Wir haben eine beachtliche Verbesserung ihrer transversalen Kompetenzen wie Gruppenarbeit, gegenseitige Hilfe, Empathie und Sprachbeherrschung feststellen können. Als sehr positiv zeigt sich die deutliche Zunahme ihres Selbstwertgefühls in der Herstellung so hochwertiger Kleidung.

Ihre Zufriedenheit angesichts einer Freude bereitenden Beschäftigung, sowie ihr Zugehörigkeits- und Verantwortungsgefühl, veranlasst uns Wege zu suchen, damit diese Frauen mit Migrationshintergrund und nur limitiertem Zugang zur Arbeitswelt den Risiken sozialer Ausgrenzung entgehen können.

Wir möchten sie bei ihrer Suche  nach einer festen Arbeitsmöglichkeit unterstützen. Daher  versuchen wir, das Projekt in breiterem Rahmen bekannt zu machen und die Zahl der Verkaufsstellen in Läden des fairen Handels, im Internet und in den Portalen des Dritten Sektors (Nonprofit-Bereich) zu vergrößern.